Lust oder Frust im August ?!?

Frust hat uns im August definitiv das Wetter beschert. War der August früher eine sichere Bank in Sachen Hitze und Summerfeeling, so war er heuer eine immer wieder kehrende Kältewelle mit Regenguss. Die zeitweise Tageshöchsttemperatur von 15°C ließ sich dann auch nicht mehr weglächeln, schon gar nicht in Sommerkleidchen und Sandalen.

Lust auf „mehr“ machte mir hingegen die Ernte meiner allerersten Wassermelonen und Zitronengurken, mein erstes selbstgemachtes Ketchup und meine erstmalige Teilnahme am Austrian Food Blog Award. Das alles konnte aber nicht das Highlight des Monats übertrumpfen…

Highlight des Monats

Wie man es auch dreht und wendet, ich wollte aus mehreren Gründen nie Laufenten. Sie machen zu viel Dreck (man sagt ja pro Schnecke, die sie vertilgen, ein „Schiss“- sorry, is halt so 😉) Sie fressen zwar VIELLEICHT die lästigen Nacktschnecken, aber anscheinend auch alles andere, was im Garten wächst, UND ich hab doch schon Hühner und die beschäftigen mich schon genug.

Doch plötzlich waren sie da. Naja, ganz so war es natürlich nicht:

Die Moschus-Ente meiner benachbarten Freundin hatte ungeplant gebrütet und da es keinen Herrn Moschus-Ente, sondern bloß einen Herrn Laufente gab, war es fraglich, wie sich die Kinderleins von Frau Moschus-Ente entwickeln. Und tatsächlich haben sich die väterlichen Gene durchgesetzt und die 6-Enten-hohe Kinderschar futterte an Schnecken, was so zu finden war. Als die Entenkinderleins dann aber plötzlich Geschmack an den Zucchini fanden, fand meine Freundin das nicht mehr ganz so dolle und bot mir an, zwei davon für ein paar Tage „auszuborgen“, damit diese bei uns für schneckenfreie Zone sorgten.

Diese Idee fand wiederum ich ganz toll und mit der Information, dass man nichts, nämlich rein gar nichts, beachten müsse, setzte ich die zwei unschuldigen Enten-Kinder in meinem Garten „aus“

Und damit begann die Geschichte der ENT-Laufenten… dass Laufenten nämlich nicht nur enorm schnell laufen, sondern auch besonders gut ENTlaufen können, das weiß ich nun auch. Dass ich sie nach einigen Tagen tatsächlich wieder gefunden habe, nachdem sie nicht nur einmal ENTlaufen waren, sie sich bei mir mittlerweile pudelwohl fühlen, mit den Huhns best-friends sind und auch mit ihnen im Hühnerhaus übernachten, das ist eine andere Geschichte, die ich in einem anderen Beitrag erzählen werde. Bis dahin haben mir Erna&Berti hoffentlich verziehen, dass ich sie zweimal in einen Getreidesack gesteckt hab und lassen sich dann vielleicht auch mal aus der Nähe fotografieren – die #nachtragEnten 😉

Keine unwichtige Randnotiz: niemand weiß, ob Erna&Berti weiblich oder männlich sind 🤣🤣 Die Namen lassen sich auf jeden Fall noch geschlechtertechnisch „umformen“

done

Nachdem ich in meiner ersten Jahr auf Insta den „afba“ (Austrian Foodblog Award) ehrfürchtig zur Kenntnis nahm und mir die Jahre danach eine Teilnahme nicht zutraute, so lebe ich nunmehr nach dem Motto „Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich höchst ungeniert“ Und da ich Überpünktlichkeit als Unhöflichkeitsakt ansehe, habe ich mich erst „fünf vor 12“ angemeldet. Und das gleich in fünf Kategorien, bei denen ich mir bei keinem einzigen tatsächliche Chance ausrechne, außer bei DER Kategorie, in der ich den Sieg mehr als verdient hätte, nämlich dem „Besten Foodblog Österreichs“😇😉 Heute ist der große Tag, an dem die 12 Besten in jeder Kategorie bekannt gegeben werden und ich sehe dem mit unwesentlicher Aufregung entgegen. Aber wie sagt man so schön: „Dabei sein ist alles“…oder nichts 🤣

Viel mehr Begeisterung erzeugte in mir die Teilnahme am „Petit Gateaux“ Workshop von Elke Tschofen, worüber ich bereits einen Beitrag verfasst habe, nachdem voll im Törtchen-Himmel schwebend noch am nächsten Tag meine Geschmacksknospen frohlockten. Aus mir wird definitiv keine Törtchen-Queen, zu sehr liebe ich das Spiel mit dem Teig, aber zu wissen, dass man es könnte, wenn man wollen würde, hat auch etwas Beruhigendes.

watched/listened/read

Nachdem ich seit meiner Reha keinen einzigen Roman mehr gelesen habe, hat ein Buch mein Interesse geweckt wie schon lange keines mehr: „Stay away from Gretchen“ von Susanne Abel handelt vom Vergessen und Verschweigen, davon, dass alles irgendwann aufkommt und dass im Krieg und in der Liebe andere Gesetze herrschen. Schon seit ich fließend schreiben kann, hab ich Angst, zu vergessen, was mich unzählbare Tagebücher füllen ließ. Seit meiner Diagnose und den drohenden Schatten in meinem Gehirn, ist diese Angst gewachsen. Ich liebe Geschichten, die Verborgenes aus der Vergangenheit zum Vorschein bringen, wie diese „der 84-jährige Greta, die immer mehr vergisst. Nach und nach erzählt Greta aus ihrem Leben – von ihrer Kindheit in Ostpreußen, der Flucht vor den russischen Soldaten im eisigen Winter, der Sehnsucht nach dem verschollenen Vater und ihren Erfolgen auf dem Schwarzmarkt in Heidelberg.“ ….. Weit bin ich noch nicht gekommen, aber ich liebe dieses Buch jetzt schon 💛

gardening

Der August hat meinem Garten ordentlich zugesetzt. Was Hagel und Sturm im Juli begonnen haben, haben Kälte und Dauerregen erfolgreich fortgesetzt. Keine Zucchini, wenige Minigurken, viele Schnecken, Mehltau und Fäule haben meine Gartenfreuden getrübt.

Am wenigsten gelitten haben allerdings meine Kartoffeln, die ich erstmals „angebaut“ hab. In vier Pflanzsäcken hab ich Ende April Saatkartoffeln eingelegt und Anfang August satte fünf Kilogramm ernten dürfen. Mit wenig Aufwand und Betreuung sind Kartoffeln ab nun ein fixer Bestandteil vom Eigenanbau. Projekt „eigene Kartoffeln“ ist definitiv geglückt.

Auch Wassermelonen und Zitronengurken gabs heuer erstmals in meinem Garten. Hab ich bei der Wassermelone zwei Jungpflanzen gekauft, so hab ich die Zitronengurke aus Samen gezogen. Beide Früchte haben mich zu 100% überzeugt.

#zitronengurke: die erste Zitronengurke hab ich Anfang August geerntet. Sowohl die stachlig anmutende Schale als auch die vielen Kerne kann man bedenkenlos essen. Das Fruchtfleisch ist etwas fester als bei einer normalen Gurke und geschmacklich ist sie überwältigend, sodass wir sie meist gleich direkt nach dem Pflücken redlich geteilt verspeist haben. In der Zwischenzeit hab ich so um die zehn Früchte geerntet und nächstes Jahr sollen davon mehr in unserem Garten wachsen.

#wassermelone: Die Wassermelone ist eine kleine Diva: das Gießwasser nicht zu kalt, der Standort wohl gewählt, die Wurzel sehr empfindlich. So hab ich ihr tatsächlich extrem viel Aufmerksamkeit zukommen lassen. Eine Pflanze hat es trotz aller Bemühungen nicht bis ins Endspiel geschafft. Die zweite Pflanze hab ich zweimal vorsichtig umgesetzt bis ich endlich das Gefühl hatte, dass „es passt“. Sie hat mir zum Dank zwei kleine Melonen geschenkt, die wir im Abstand von zwei Wochen im August abgeerntet haben. Auf den ersten Blick ins Innere erschien sie blass und fahl, aber der Geschmack war überirdisch sensationell – beide Male. So werde ich in der kommende Gartensaison mit all dem Wissen, das ich mir heuer hart erarbeitet habe, auf jeden Fall mehr Wassermelonenpflanzen umsichtig betreuen. Das ist fix.

Die größte Enttäuschung war heuer die selbstgezogene Kiwano. So schön hatte sie sich die Kiwano entwickelt: sattes Blattgrün, weitreichende Ranken, aber lange keine einzige Blüte. Als sich gegen Mitte/Ende August mal dort und da ein Blütchen zeigte, war meine Hoffnung schon gering. Ich rechne mittlerweile mit keiner Frucht mehr.

kitchening

In der Küche und in meiner Backstube reizen mich ebenfalls vor allem Rezepte, Techniken und Verwertungen, die ich zum ersten Mal versuche. Im August waren das der „American Pie“, Ketchup und Kriecherl.

Ein Kriecherl ist die Urpflaume schlechthin und sie wird hierzulande oft mit Nichtachtung gestraft. Grund dafür ist ihre kleine „Größe“ und, dass sie nicht steinlösend ist. Man steckt sie einfach schnell in den Mund, spuckt den Kern aus und gut ist. Niemand möchte sich gerne die Arbeit mit dem Entkernen antun. Ich bekam jedoch eine Schüssel dieser mich an meine Kindheit erinnernden Früchte geschenkt, und des Nachtens überkam mich die Idee, diese doch einfach durch die „Flotte Lotte“ zu treiben, um so auch noch das Fruchtfleisch von den Kernen zu reiben und Marmelade daraus zu machen. Und das hat mehr als prima geklappt. (Als ich danach noch etwas neugieriger wurde und mehr über diese Frucht erfahren wollte, hat mir Dr.Google verraten, dass ich nicht die Erste war, die die Idee mit der „Flotten Lotte“ hatte 😉)

Und da die alte „Flotte Lotte“ nun schon voll im Einsatz war, hab ich sie gleich auch noch für Ketchup arbeiten lassen. Wiederum mit einer geschenkten Kiste voller weicher Tomaten, machte ich mich ungeahnt dessen, was mich erwartet, ans Werk. Dass ich dazu zahlreiche Gewürze, viel Zeit und einen anschließenden Putztrupp brauchen werde, war mir im Vorfeld nicht so ganz klar. Wie in „Kitchen Impossible“ hab ich mich schlussendlich an den Geschmack und die Konsistenz herangetastet, bis ich endlich zufrieden war und Begeisterungsstürme bei meinen Testpersonen auslöste. Mehr dazu aber in einem gesonderten Blogbeitrag.

Und dann war da noch der American Pie. Als ich von einer lieben Freundin das Rezept für einen Peachy Kenn Pie, also einen Pie mit frischen Pfirsichen bekam. und ich tatsächlich gerade sehr süße und saftige zu Hause hatte, las ich die „Anleitung“ eher semiaufmerksam durch. Irgendwann aber kam ich zu dem Punkt in meinem Kopf, an dem ich registrierte, dass ein Pie so eine zugedeckeltes Kuchendingens ist, das in den amerikanischen Filmen zu jedem Anlass direkt in der Pieform mitgebracht wird. Dass ich dazu meine Tarteform mit Hebeboden verwendet hatte, hat mir mein Backofenboden herzlich gedankt, indem er jeden Pie-Inhalt klebend angenommen hat. Das „Wie geht das Aufsetzen des Pie-Deckels“ hat mich außerdem die „Bastelanleitung“ dann doch noch etwas genauer studieren lassen (also mehrmals, da es etwas gedauert hat bis ich tatsächlich geschnallt habe, was man von mir will🤣) womit wir wieder mal beim Thema „Wer lesen kann, ist klar im Vorteil“ wären. Tja, liebe Leser, auch zu diesem Thema wird es einen eigenen Beitrag geben – dann auch mit Rezept. Ihr seht, ich habe viel vor, und ihr hoffentlich viel Geduld 😉

private thoughts

Dass der Tod zum Leben gehört, das wissen wir alle. Aber wenn du jemanden zu Grabe trägst, der dein Leben schon seit 20 Jahren begleitet, besser gesagt, der unser Leben schon 20 Jahre begleitet, dann trifft es dich mitten rein. Dass es dann der Mensch war, der bei deinem Mann die große Leidenschaft zum Paragleiten entfacht und ihn alles gelehrt hat, was er heute beherrscht, der Mann und Lehrer, der mir vor vier Jahren den Pilotenschein ausgestellt hat, der im August bei seinem und unserem liebsten Outdoor-Hobby verunglückt ist, war unfassbar und traf uns hart.

Dieses Ereignis hat uns einige Tage inne halten und über vieles nachdenken lassen. Wie geht es in unserem Leben weiter, wie geht es generell mir mir weiter? Was will ich noch aus meinem Leben machen? Was soll aus der Frau werden, die die letzten 20 Jahre fast rund um die Uhr mit 150%igen Körpereinsatz ein zwölfköpfiges Team gemanagt und ihre Gesundheit damit gefährdet hat? Ist das, was ich mir vorstelle, tatsächlich realistisch oder bloß ein naiver Traum? Oder halte ich an dem Satz fest, der die letzten paar Jahre an meinem Bildschirm geklebt war:

Habe immer mehr Träume als die Realität dir zerstören kann.

Zeilen, die immer an meinem Büro-Bildschirm hingen.

One thought

  1. Ach Claudia, das war mal wieder ganz wunderbar zu lesen!!! Mit dem Ergebnis, dass ich jetzt eine Laufente für den Balkon haben will, da wir reichlich Schnecken im Angebot hätten! 🙄 Das dürfte doch auf 3qm kein Problem sein?! 🧐 Ich würde dann für die Endprodukte 💩 (wie gesagt, REICHLICH Schnecken) vielleicht mit einem Katzenklo arbeiten?! In mir reift da gerade eine Idee…🤔💡😂
    Außerdem möchte ich jetzt sofocht Zitronengurken anbauen und essen! Die kenne ich noch gar nicht. 😋
    Ich bin sooo gespannt, wie die Foodblog-Award Geschichte ausgeht! 😃 Ich habe darüber nachgedacht, ob eine Teilnahme an sowas für mich auch interessant wäre, aber irgendwie fehlt mir dazu im Moment die Zeit oder vielmehr die Energie. Ich habe keine klaren Ziele für meinen Blog und daher auch wenig Ehrgeiz. Aber das mag sich auch ändern… 😄
    Und Deine Gedanken zur Vergänglichkeit kann ich so gut nachvollziehen! Es bedarf leider immer erstmal solch einschneidender Erlebnisse, damit man sich Gedanken macht. Aber man weiß doch nie, welche Überraschungen das Schicksal für einen bereithält! Also muss man einfach ab und zu mal innehalten, den Moment genießen, dankbar sein, Pläne schmieden und an deren Umsetzung arbeiten!

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