Du schreibst eigentlich gerade an deinem ersten Buch. Also nicht „DU“, sondern natürlich „ICH“, aber es ist tatsächlich viel intensiver (und ich hab lange über das passende Eigenschaftswort nachgedacht), als man vermuten mag. Ich verfüge grundsätzlich über ein gutes Einschätzungsvermögen was Arbeitsaufwand und zeitliche Einordnung betrifft. Aber da lag ich total daneben.
Und da mein Werk (oh ja, so bezeichne ich das mittlerweile, da der Aufwand an Konzentration alles bisher mein Leben Begleitendes in den Schatten gestellt hat) nicht nur eine geordnete und abgedruckte Rezeptsammlung ist, sondern auch eine Botschaft, Message, Geschichte autobiographischer Art enthält, hat das Schreiben auch meiner psychischen Verfassung teilweise sehr zugesetzt.
Es hat sich so angefühlt, als würde ich zwei Bücher schreiben. Und ich glaub, so hat es sich auch für GU/blv angefühlt, deren Hauptaugenmerk auf Sachbüchern liegt. Zumindest war es nicht ganz so einfach eine Lektorin zu finden, die beides versteht, und die Agentur, die die Layouts für die Kochbücher erstellt, hat dreimal nachgefragt, ob man bisher Dagewesenes diesmal tatsächlich verwerfen will. So kann ich stolz davon ausgehen, dass es so ein Buch, wie meines, vielleicht wirklich noch nie gegeben hat, wobei ich mich gleich bei allen Autor:innen entschuldige, die so eines in der Art veröffentlicht haben.

Nichts desto trotz habe ich eine Lektorin und eine Verlagsmitarbeiterin „verschlissen“, was hoffentlich nicht wirklich per se mit MIR zu tun hat. Die zweite Lektorin, meine Jetzige, ist eine, …na wie sagt man, wenn es einfach passt?… eine Perle, eine Seele, eine Seelenverwandte. Sie versteht, was ich sagen will, versteht, was ich aussagen will, versteht, wie ich etwas meine. Gut ok, die Sprachbarriere zwischen „deutsch“ und deutsch ist nicht immer einfach, wenn eine Person aus Österreich und die andere aus Deutschland kommt, aber wir finden zusammen. Aber vor allem lässt sie mir extrem viel Respekt und Wertschätzung für meiner Arbeit zukommen, und verfügt über eine so liebevolle Höflichkeit, dass man ihr Änderungsvorschläge kaum ausschlagen kann.
Dass eine Lektorin so viel mehr macht, als Fehler auszubessern, wobei das nicht mal ihre Aufgabe ist, das macht nämlich das Korrektorat, hab ich auch nicht gewusst. Die Lektorin prüft, ob das, was man geschrieben hat, Arbeitsabläufe, Zutaten, Anweisungen verständlich sind. Sie ist sozusagen meine erste Leserin. Und in weiterer Folge kümmert sie sich auch darum, dass die richtigen Sätze auf der richtigen Seite stehen, Umbrüche Sinn machen, und wir mit den vorgegebenen Seiten auskommen. Denn eines steht von Anfang an fest: die Seitenanzahl, die Größe des Buches und sogar der ungefähre Ladenpreis. Sie muss kürzen, was zu viel ist, ohne dem Buch/der Geschichte den Sinn zu nehmen.
By the way, und das was mir heute passiert ist, passiert mir häufiger beim Schreiben: Ich komme vom Thema ab, schweife ab, verliere den Faden und schreibe viel zu viel. Da ich privat keine Lektorin habe, und nichts davon streichen möchte, musstet ihr da jetzt durch, wenn ihr wissen wollt, was das alles eigentlich mit KAFFEEHAUSZAUBER auf sich hat.
kleiner informativer Teil am Rande: Mein Buch erscheint am 19.02.2027
Kaffeehauszauber – eine Idee
Von dieser ganzen Buchschreiberei braucht man unbedingt Pausen. Ja, auch denken ist anstrengend. Und so lenkte ich mich Ende Jänner damit ab, mir ein neues Kursprogramm für Macarons-Kurse zu überlegen. Schokoladig sollte es werden. Ich hatte gerade Geburtstag gehabt, ein Stück Sachertorte ist um diese Zeit dann nie weit, und so entstand die Idee „Sachertorte“ in ein Macarons zu „verbacken“. Dabei ging es mir aber nicht nur darum, etwas „irgendwie“ ähnliches zu backen und es dann so zu nennen, sondern ich wollte wirklich, dass man Sachertorte „fühlt“, wenn man das Macaron in den Mund steckt.
So perfektionierte ich dieses Rezepte, indem ich mir immer wieder das Mundgefühl in Erinnerung rief, das Sachertorte auslöst. Zu guter Letzt musste natürlich auch die Optik passen. In diesem Prozess kreierte ich noch vier weitere österreichisches Kaffeehausklassiker: Esterhazy-Schnitte, Punschkrapferl, Mozartkugel und Kardinalschnitte. Immer aber im Hinterkopf, dass die Rezept kurstauglich sein sollten.
Es gab dort und da immer wieder mal Anlässe, zu denen ich das eine oder andere Kaffeehausklassiker-Macaron ausprobiert und gebacken hab, und auch verkosten ließ, was für mich immens wichtig war, um noch mal nachzujustieren. Die Kardinalschnitten-Macarons waren danach vorerst raus. Es blieben vier!

Schlussendlich standen irgendwann die Rezepte in ihrer edelsten Form und ich legte zwei Backtage ein, um diese Macarons, für die ich mir mittlerweile den Namen „Kaffeehauszauber“ überlegt hatte, auch für das Kursprogramm fotografieren zu können. Und es war unglaublich… aufwändig, anstrengend und befriedigend. Denn sie waren der Hammer. Und wenn MrRight, der echte Punschkrapferl über alles liebt und große Ansprüche daran stellt, einmal sagt, dass ihm das Punschkrapferl-Macarons fast besser schmeckt als ein echtes Punschkrapferl, dann heißt das was.
In diesem Moment war mir klar: das Kursprogramm muss vereinfacht werden!! …., und diese Kaffeehauszauber-Macarons brauchen eine Bühne.
auf die Bühne – fertig – los
Jede Designerin darf ihre Kleider am Laufsteg präsentieren, jede Malerin ihre Bilder, jede Künstlerin ihre Werke ausstellen. Warum soll ich als Backkünstlerin meine Kunst nicht auch präsentieren? Unter dem Motto „kunst zum kosten“ fand ich bei „See+Maschik“ in Linz, einem Einrichtungshaus für exklusive Designerstücke mit Margit Stadler-Schauer die richtige Partnerin. Sie war von der Idee begeistert, stellte mir ihr Einrichtungshaus zur Verfügung sowie Getränke und Häppchen.

Der Druck stieg. Eine Idee haben, und diese dann auch umzusetzen, sind immer zwei Paar Schuhe. Gäste mussten eingeladen werden, genügend Gäste, und ein Rahmen musste geschaffen werden. Vier Mädels aus dem Bekanntenkreis – für jedes Macarons eine – und für jedes Macarons ein klassisches Musikstück. Wie eine Modenschau sollten die Macarons die Bühne beschreiten. Langsam und mit Bedacht, war die Idee. Ein Publikum, das etwas noch nie Dagewesenes erlebt. Auch das Lokalfernsehen hat sich schlussendlich eingefunden. Und die Frage war immer: Was passiert hier heute?
Macarons auf dem Laufsteg
„Also sprach Zaratustra“ hat am 16.09.26 um 18.30 Uhr die Inszenierung eingeläutet. Leicht düster – es hatte tatsächlich gerade ein Gewitter gegeben – war es still während die Musik anschwoll. Meine Mädels gingen von Gast zu Gast und verteilten an jeden eine Macronsschachtel. Doch diese war noch leer.
Dann kamen ein paar Worte von mir zum Abend und zum ersten Macarons. „An der schönen blauen Donau“ von Johann Strauß II und den Wiener Philharmonikern lief an und zwei Mädel verteilten langsam und ohne zu Reden mit schwarzen Handschuhen je ein „Sachertorte-Macarons“ an die Gäste, in die Hand oder in die Box, je nachdem wie es gewünscht war.
Danach folgte wieder etwas Text von mir und mit Johann Pachelbel und seinem „Canon für drei Violinen“ zogen die „Esterhazy“-Macarons ein. „Die kleine Nachtmusik“ von Wolfgang Amadeus Mozart begleitete die „Mozartkugel“ und für das Punschkrapferl lieh ich mir von den „Bridgertons“ „Viva la Vida“



Es war unglaublich, wie begeistert alle waren. Es war keine stundenlange Show, kein abendfüllender Akt, aber ein Macaron ist auch keine Torte. Klein und fein, genauso wie meine Inszenierung.
Das Feedback war enorm. Unfassbar für mich. Egal ob Geschmack, Ideenfindung, dieses Event oder meine Kreativität. Alles begeisterte meine Gäste. Jeder und jede suchte nachher ein Gespräch mit mir. Das Gefühl war unbeschreiblich. Ein wunderschöner TV-Beitrag im Lokalfernsehen lässt mich zurückblicken.
… auch mit einem weinenden Auge, denn man macht etwas ja nicht ohne Grund. Man erhofft sich „irgendetwas“. Diese „etwas“ wird hoffentlich irgendwann noch kommen… nicht wie bei vielen Künstlern erst nach ihrem Tod…hoffe ich 😉







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