Exotische Fruchtpraline

Eigentlich wollte ich bei der Kategorie „Grillen und Sommerküche“ beim heurigen Austrian Foodblog Award #afba22 überhaupt nichts einreichen, denn „wir ‚aben gar kein Grill“, wie es so schön heißt. Dennoch verbinde ich Sommer aber wirklich mit wunderschönen Grillabenden (mit oder bei Freunden, die einen Grill haben ;)).

In letzter Zeit jedoch (Corona sei Undank) haben sich diese Abende stark minimiert und oft wurde dann einfach nur gemütlich Würstel und Stockbrot über offenem Feuer gebrutzelt und die richtig großen Grillabende blieben aus.

Mit Sommerküche verbinde ich außerdem Urlaubsküche in fremden Ländern, wobei ich das dann automatisch aber mit „nicht selber kochen“ assoziiere, was für eine Einreichung bei einem Foodblog-Award leider automatisch die Grundvorraussetzung vermissen lässt.

Salate, Tomaten mit Mozzarella – ich hätte mich da natürlich auch austoben können, aber das war mir dann doch irgendwie zu langweilig…. und dann aber fiel mir ein, was für mich absolutes kulinarisches Summerfeeling hervorzaubert: nämlich frische, saftige, süße und saure exotische Früchte. Darauf freue ich mich im Grunde den ganzen Winter: auf den ersten Obstsalat mit der ersten süßen Wassermelone, einer Ananas, Maracuja, Mango, Zuckermelone und all die süßen Leckereien mit den tollen Vitaminen. Außerdem liebe ich Zitronen-Gurken-Wasser mit etwas Zitronenmelisse, das ich im Sommer literweise trinke, und da ich nicht so der Eis-Fan bin, mache ich gerne exotisches Fruchtkompott, das ich im Tiefkühler zu kleinen Kügelchen einfriere und dann als „Eiswürfel“ in mein Zitronen-Wasser lege 💛 Dann ist für mich absolutes Sommergefühl. Da bin ich gefühlstechnisch im Süden Italiens, am Strand von Griechenland oder an der Küste von Frankreichs.

Und um diese Sommervibes in Sommerküche zu verwandeln, habe ich versucht, meine geschmacklichen Gefühle in einer Fruchtpraline zu verpacken, und das ist mir Dank der Tips einer Freundin aus der Patisserie tatsächlich gelungen:

Die Fruchtpraline ist umhüllt von hauchdünner weißer Kuvertüre, die knackt, wie die Schokolade bei einem Magnum-Eis 😉 In der Mitte findet sich ein gefrorenes Kügelchen Mango-Ananas-Kompott, welches bis zum „Öffnen“ auftaut, umhüllt von geschäumten Passionsfrucht-Merengue-Gelee. Die Fruchtpraline hab ich nach dem Überziehen auf ein Zitronen-Biskuit gesetzt, von denen ich immer welche in einer Dose hab, für den schnellen süßen Hunger zwischendurch.

Im Grunde sind die Arbeitsschritte nicht schwierig, aber durch die ständigen Kühlzeiten etwas zeitaufwändig. Die Menge reicht aber für wirklich viele Pralinen, die man ohne Kuvertüre tiefgekühlt bestimmt ein halbes Jahr aufheben kann. Sagt sich spontan Besuch an und ein exquisites kleines Dessert ist gefragt, hol ich mir einfach rasch ein paar Fruchtschäumchen aus dem Tiefkühler, tunke sie in die Kuvertüre und stelle sie im Kühlschrank ab bis der Besuch bereit für die süße Überraschung ist. In dieser Zeit taut das Innenleben der Praline langsam auf. Ich sag euch: Es ist eine wahre Geschmacksexplosion mit knackigem Überraschungsfaktor 💛

Fruchtpraline mit Mango, Ananas und Maracujas – das Rezept

ZUTATEN:

FRUCHT-Püree:
100g Mangofruchtfleisch
10g Zucker


GLASUR
100g weiße Kuvertüre
100g Kakaobutter
Mango-Ananas Kompott
200g Mangofruchtfleisch
200g Ananasfruchtfleisch
20g brauner Zucker
das Fruchtpüree
80g Limettensaft
7g Blattgelatine
Passionsfrucht-Merengue
270ml Wasser
230g Zucker
250ml Passionsfruchtpüree
20g Blattgelatine

TAG 1

Für das Fruchtpüree das Mangofleisch in grobe Stücke schneiden und mit dem Zucker unter ständigem Rühren ca. 15 min kücheln lassen.

In der Zwischenzeit die Früchte für das Kompott in ganz ganz kleine Würfel schneiden und das Fruchtpüree untermischen. Limettensaft mit dem Zucker soweit erhitzen, dass sich der Zucker auflöst. Gelatineblätter in Wasser einweichen und dann im Limettensaft auflösen (maximale Temperatur der Flüssigkeit 60°C!!) Die Flüssigkeit unter die Fruchtwürfel mengen und danach in Eiswürfelbehälter oder eine Silikonform für 2cm Halbkugeln füllen und einfrieren (mindestens eine Nacht!)

Für die Merengue Wasser und Zucker aufkochen. Topf vom Herd ziehen und das Maracujapüree einrühren. Dadurch reduziert sich automatisch die Temperatur (siehe oben) Gelatine einweichen und einrühren. Die Flüssigkeit in eine flache Schüssel füllen, abkühlen und mit Folie abgedeckt in den Kühlschrank stellen (mindestens eine Nacht!)

TAG 2

Silikonform für die Pralinen (Quenelle=Nocke, oder Kugel) auswaschen und gut abtrocknen lassen.

Das gelierte Maracujapüree aus dem Kühlschrank holen und grob zerkleinert in eine Rührschüssel füllen. Nun mit dem Schneebesen zuerst langsam und dann immer schneller hell schaumig/cremig aufschlagen. Das dauert bestimmt an die 20-30 Minuten.

Die Hohlköper der Silikonform zur Hälfte mit der Maracujaschaum füllen, die gefrorene Kompottkugel einsetzen, die Form anschließend mit Fruchtschaummasse ausfüllen und den Abschluss mit einem Spatel glätten. Je einen Zahnstocher einsetzen und die Silikonform in den Tiefkühler legen bis die Masse komplett durchgefroren ist, was bis zu 48h dauern kann.

Sind die Quenelle durchgefroren, aus der Form puhlen und einzeln in Frischhaltefolie in einen Tiefkühlbeutel packen. So können sie jederzeit bei Bedarf in Kuvertüre getunkt und serviert werden.

TAG 4

Weiße Kuvertüre und Kakaobutter in einem hohen Gefäß über Wasserbad schmelzen. Fruchtquenelle direkt aus dem Tiefkühler mit Hilfe des Zahnstochers in die Schokolade tunken. Aufgrund der Kälte ist die Schokolade blitzschnell hart.

Praline am besten auf ein Keks setzen und im Kühlschrank ein paar Stunden antauen lassen, dann ist sie perfekt für den knackig-fruchtigen Genuss 🙂

hauchzart und knackig – man kann es hören

2 thoughts

  1. Du weißt ja schon, dass ich bei diesem Patisserie-für-Fortgeschrittene-Kurs raus bin, weil ich schon den Anfängerkurs geschwänzt habe! 😬😂 Finde das aber ganz unglaublich, dass Du Dich so in dieses Thema hineingefuchst hast und da so viel Spaß hast und so tolle Kreationen zauberst. Das ist echt der Wahnsinn und Dir gebührt mein größter Respekt! Ich habe genug Phanatsie (daran hat es mir als Kind schon nicht gemangelt, sagt meine Mutter) um mir vorzustellen, wie das sein muss, in eine dieser Pralinen hineinzubeißen. 🤤🤤🤤
    Was ich aber aus diesem Beitrag mitnehme, ist die Idee, Fruchtpüree einzufrieren um es als Perlen in Drinks (oder Wasser, na gut 🙄😇) zu werfen. Ich liebe nämlich auch aromatisiertes Wasser mit Frucht, Gurke, Ingwer, Kräutern. 😋

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    1. Also im Grunde ist das ja auch für mich mehr „Chemieunterricht“, gepaart mit etwas „Physik“ 🤣🤣 und das waren früher nicht unbedingt meine Lieblingsfächer 🙈 Aber hat mir früher das Interesse gefehlt, so mangelt es an dem jetzt zumindest nicht 😉 Um ganz ehrlich zu sein: Ich hab mal in so eine Praline gebissen…. und daraufhin MUSSTE ich das selber machen… denn kein Bild der Welt kann dieses Geschmacks(Knacks)-Erlebnis erzeugen. Leider sieht man auf den Bildern die „Schaumschicht“ nicht so richtig…. Fruchtpüree einzufrieren oder oben dieses „Fruchtkompott“ für Wasser (oder halt auch für Drinks 😇), ja das freut mich, dass du das gerne übernehmen magst 💛

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