Gestreifte Ravioli

Nudeln selber zu machen, das klang für mich immer irgendwie unmöglich. Alleine bei dem Gedanken daran, sah ich Berge von Nudeln, die zum Trocknen aufgehängt werden müssen, vor meinem geistigen Auge, und die Vorstellung, einen Teig hauchdünn ausrollen und danach mit einem scharfen Messer gleichmäßig dicke Teigstreifen abschneiden zu müssen, ließ mich immer einen großen Bogen um dieses Thema machen.

Doch irgendwann kam ich an dem Thema einfach nicht mehr vorbei, zu sehr liebe ich es, mit Mehl zu zaubern.

Und dann stellte sich heraus, dass das Selbermachen von Nudeln eigentlich ganz einfach ist!

Mit nur VIER Zutaten (je 100g Pastamehl, oder italienisches Hartweizenmehl, 1 Ei, 1/2 TL Öl und Salz) ist der Grundteig schnell verknetet. Den lässt man in Frischhaltefolie je nach Beschaffenheit kühl oder warm mindestens 30 Minuten rasten.

Ohne Nudelmaschine stell ich es mir allerdings nach wie vor sehr mühsam vor, aber ob es nun eine ganz einfach händische Nudelmaschine, oder ein Aufsatz für deine Küchenmaschine ist, das macht für das Endergebnis nicht wirklich einen Unterschied. Lediglich die Handhabung ist mit einem Aufsatz für eine Küchenmaschine wesentlich einfacher, da ohne Handkurbel automatisch eine Hand mehr zur Verfügung ist.

Und weil ich mir tatsächlich mal einen Nudelaufsatz für meine Bosch Optimum gekauft habe, nudle ich nun wirklich gerne und werde dabei immer kreativer. Also zeige ich heute, wie man Farbe in den Teig bekommt, und noch besser: wie man mit wunderschön gestreiften Ravioli seine Gäste begeistert kann.

Wie färbt man Nudelteig natürlich?

Natürliches Farbpulver kann man ganz einfach selber herstellen: Dörre Gemüse oder Obst und pulverisiere es! Früchte dörre ich in meinem Backrohr, das eine Dörrfunktion hat, und mahle es danach mit meiner elektrischen Kaffeemühle, die sowieso nur mehr ungenutzt im Schrank steht, seit wir keine Espressomaschine mehr haben.

Spinat für die Farbe grün
Rote Rübe für die Farbe rot
echte Heidelbeeren für die Farbe blau 
ein schöneres Gelb erreichst du mit Kurkuma, bei mir reichen aber die tollen Eier meiner Huhns 💛

Für die Teigbereitung wird einfach 10% der Mehlmenge durch Farbpulver ersetzt, und schon bist du der Nudelkönig-in 😉 Wenn du aber Nudelkaiser-in werden möchtest, dann machst du gestreifte Nudelblätter.

Und so funktioniert’s:

Zuerst wellst du die gefärbten Nudelteige mit der dickste Einstellung zu möglichst exakt gleich großen Rechtecken aus. Benetze eine Teigplatte auf der Oberseite leicht mit Wasser und lege die Zweite vorsichtig darauf, benetzt diese wieder …

…und legst die Dritte oben auf. Nun schneidest du den Teigblock genau in der Mitte durch und legst die beiden Teile aufeinander, sodass ein rechteckiger Block mit sechs Lagen entsteht.

Diesen Block längs in exakt gleich dicke Streifen von etwa 1,5 bis 2 Zentimeter Breite schneiden, diese leicht auf der Oberfläche befeuchten und übereinander stapeln.

Nun um 90 Grad drehen, so dass die verschiedenfarbigen Teiglagen nach oben zeigen. Vorsichtig mit der Hand wieder zu einem Block zusammendrücken.

Den nun gestreiften Teigblock ev. zuerst mit dem Nudelholz, dann mit der Maschine ausrollen, dabei immer in Längsrichtung der Streifen arbeiten, da sie sonst etwas „verschwimmen“. Für Ravioli solltest du nicht allzu dünne Teigplatten herstellen (Stärke 3 oder 4) (arbeite rasch, bzw decke die Teigplatten zwischendurch immer mit Folie ab, damit sie dir nicht austrocknen!)

Um Nudelteigtaschen herzustellen, gibt es mehrere Möglichkeiten:

Platziere mit einem kleinen Löffel in kleinen Häufchen die Fülle am oberen Rand deiner Teigplatte und klappe den Teig dann einmal um. Drücke den Teig mit den Fingerkuppen rund um die Fülle nieder und stich dann mit Hilfe eines Glases oder eines runden Ausstechers Halbmonde aus.

Mit einer Gabel verschließt du die Teigränder , was schlussendlich auch noch ein schönes Muster ergibt.

Oder du machst dir mehrere Teigstreifen, platzierst auf einem Streifen gleichmäßig deine Fülle, legst einen weiteren Teigstreifen darüber, drückst wiederum mit den Fingern den Teig rund um die Fülle und schneidest dir rechteckig die Ravioli ab.

Oder du benutzt wie ich ein Ravioliausstechset .

Wie heißt es so schön: Alle Wege führen nach Rom 😉

Füllung:

Im Grunde kannst du dich, wenn du Frischkäse magst, so richtig austoben: ein paar Kräuter, Gewürze, Kürbismus, Feta, Lachs, Gemüse, gekochte und zerstampfte Kartoffel.. alles, was dir in Sinn kommt, vermengst du mit etwas Frischkäse zu einer halbwegs stichfesten Masse. Abschmecken nicht vergessen, denn Nudeln ziehen Salz. Mein Rezept mit Schafkäsefüllung findest du hier.

Kochzeit:

Spaghetti, Linguini, Bandnudeln usw:                     2-3 Minuten
Gefüllte Teigtaschen. je nach Teigdicke zwischen 6-9 Minuten

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