(Ohne Süßkartoffel-Umschweife gehts hier direkt zum Rezept)

#selbstversorgung

Süßkartoffel aus dem eigenen Garten

So wie im vergangenen Jahr hab ich auch heuer wieder Süßkartoffel in meinem Garten gedeihen lassen.

Generell muss ich sagen, dass Süßkartoffeln ein sehr anspruchsloser und angenehmer Gartner-Partner sind. Einmal in der Erde brauchen sie nicht viel Zuwendung, außer reichlich Wasser (das gab’s heuer ja zur Genüge) und dann kann man sich den ganzen Sommer lang entspannt auf der Terrasse über das

üppige satt-rankende Blattgrün und wunderschöne Blüten freuen, denn geerntet werden diese tatsächlich erst im Spätherbst – kurz vor dem ersten Frost.

Der Geschmack von Süßkartoffeln ist eine Mischung aus Kürbis, Karotte und Kartoffel. Obwohl sie süßer als Kartoffeln schmecken und deutlich mehr  Zucker enthalten, erhöhen sie den Blutzuckerspiegel weniger schnell.

Tatsächlich konnten wir heuer vier richtige Prachtstücke mit je ca. 0,5kg und ein Prunkstück mit 2,2kg ernten. Der Rest waren dünne längliche Knollen, die wahrscheinlich an die Huhns verfüttert werden. Mein Fazit: Süßkartoffeln brauchen viel Platz in der Erde, damit sie sich richtig ausbreiten können!

Der Nährstoffgehalt und die Vitamine

Durch ihren hohen Anteil an Ballaststoffen und Stärke sowie Vitamin A,E,C, Calcium, Zink, Folsäure, Kalium und Magnesium ist die Süßkartoffel aus ernährungswissenschaftlicher Sicht eine gute Sache. 

Nichtsdestotrotz kann auch unsere herkömmliche Kartoffel mit all diesen Nährstoffen punkten, aber die Süßkartoffel gibt noch ein bisschen mehr her. Die orangene Farbe zum Beispiel entsteht durch hochwirksame Antioxidantien, die Herz- und Kreislauferkrankungen vorbeugen können. Auch was die Ballaststoffe angeht, ist die Süßkartoffel klar vorne. Durch den höheren Anteil an Ballaststoffen der Süßkartoffel und dem damit verbundenen glykämischen Index steigt der Blutzuckerspiegel nach dem Verzehr nicht so stark an und sorgt damit für ein längeres Sättigungsgefühl.

Ist die Süßkartoffel eine Kartoffel?

Obwohl die zwei Gemüsesorten denselben Namen tragen, haben sie aus botanischer Sicht nur wenig miteinander zu tun. Während die Süßkartoffel der Familie der Windengewächse angehört, ist die normale Kartoffel der Nachtschattengewächse angehörig. Einen weiteren Unterschied gibt es beim Verzehr. Schon früh haben wir gelernt, dass bei der herkömmliche Kartoffel einzig und allein die Knolle essbar ist – und diese nur in gekochtem Zustand. Das ist bei der Süßkartoffel etwas anders. Die Süßkartoffel kann tatsächlich auch roh verspeist werden, aber das sollte man tatsächlich nur in Maßen tun, da sie je nach Sorte auch reich an Oxalsäure sind. In einigen Ländern werden außerdem auch die Blätter des Gewächses verzehrt, etwa als Salat oder gekocht wie Spinat.

Backen mit Süßkartoffel

Nachdem mit allen möglichen Gemüsesorten süß und herzhaft gebacken wird, wollte ich das unbedingt auch mit der Süßkartoffel probieren. Und nachdem die Süßkartoffel tatsächlich auch süßlich schmeckt, war mein erster Gedanke „Brioche-Brötchen“.

Rezept für Süßkartoffel-Brioche-Igel

MengeZutaten für 10 Stk. à 130g
ca. 180gSüßkartoffel gekocht, geschält
püriert oder zerdrückt
200mlMilch
100gButter
80gKristallzucker
10gVanillezucker
1Vanilleschote (oder 1 TL Vanillepaste)
15gFrischhefe
650gWeizenmehl W700 (Typ550, T55)
10gLimettensalz
3Eier
40gLievito Madre (oder zusätzlich 15g Frischhefe)
1 SchussRum
und etwas Butter, Kristallzucker, Mehl, 20 Rosinen und eine Schere zum Ausarbeiten

SCHRITT 1 (zb 10 Uhr): Butter in der Milch in einem Topf am Herd schmelzen. Vanilleschote auskratzen und alles zusammen mit dem Zucker einmal aufkochen. Vom Herd nehmen und die zerdrückte Süßkartoffel gut unterrühren. Die Masse auf 30°C abkühlen lassen.

SCHRITT 2 (10:45 Uhr): Hefe zerbröseln und in die Milchmasse einrühren. Mit etwas Mehlbestäubt abgedeckt anspringen lassen.

SCHRITT 3 (11:00 Uhr): Mehl, Salz, Rum, 2 Dotter, 1 Ei, Lievito und die Milch-Hefe-Masse in eine Knetschüssel geben. 3 Minuten langsam und 15 Minuten schnell kneten bis eine homogene Masse entsteht und sich der Teig fast vom Schüsselrand löst. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche noch einmal per Hand durchkneten und zu einer Kugel formen. In einer geölten Schüssel abgedeckt warm ruhen lassen bis er sich fast verdoppelt hat.

SCHRITT 4 (13:00 Uhr): Den Teig auf die bemehlte Arbeitsfläche stürzen und OHNE Durchkneten zehn gleiche Teile abstechen. Diese sanft falten, schleifen und leicht bemehlt 15 Minuten nicht abgedeckt ruhen lassen. Backrohr auf 170°C vorheizen!

Möchtest du keine Igel formen, dann lege die Teilchen zum Ruhen ABGEDECKT direkt auf das Backblech und mache nachher mit SCHRITT 7 weiter!

SCHRITT 5 (13:30 Uhr) – Ausarbeitung der geschliffenen Teigkugeln: Das Teigteilchen mit der Handfläche umschließen und mit sanftem Rollen länglich formen – langsam den Druck von Daumen und Zeigefinger erhöhen um damit die Schnauze des Igels zu erzeugen und auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen.

SCHRITT 6 – Igelformung: Mit einer sauberen, spitzen Schere oberhalb der Schnauze zwei kleine Schnitte setzen und je eine Rosine als Aug eindrücken. Den Igelkörper mit geschmolzener Butter einstreichen, mit Kristallzucker bestreuen und mit der Schere beherzte Schnitte am ganzen Körper setzen.

SCHRITT 7 (14:00 Uhr) : Backblech(e) in der Mitte einschieben und je nach gewünschter Bräune 20-25 Minuten bei 170°C Heißluft goldbraun backen.

Nach dem Backen lässt du die Teilchen kurz auf einem Gitter auskühlen und schon kannst du sie einfach pur mit einem Tässchen Kaffee auf der Couch gekuschelt genießen. Am besten so wie sie sind, pur und ganz alleine, denn die schmecken so herrlich, dass du tatsächlich nichts und niemanden dazu brauchst, schon gar nicht jemanden, der sie dir wegisst 😉 💛

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