DIE traditionellste No-Bake-Torte Österreichs..

Gerne geht es in Österreich beim Ursprung von kulinarischen Namen um Eroberungen, Kriege und Siege, aber wen interessierte das wirklich? Irgendein tapferer Nobody hat anscheinend das Fort Malakoff erobert, aber hat davon schon jemals jemand gehört? Nicht wenn es so bedeutungslos ist wie in diesem Fall. Aber der Geschmack einer richtigen Malakofftorte ist dafür unschlagbar und im Sommer die perfekte Kuchenlösung, wenn der Ofen kalt bleiben soll. (Wer aber tatsächlich neugierig ist, wird hier fündig)

Die Malakofftorte ist lt. Wikipedia das Pendant zum italienischen Tiramisu. Was im Grundgedanken sicherlich stimmt, aber sie hat mal gar nichts mit Kaffee zu tun (außer, dass man den in Österreich natürlich dazu trinkt, als Melange, oder Großen Braunen, oder Verlängerten, usw usf) und ist deutlich mehr „Kuchen“ als „Creme“. Während man Tiramisu doch eher löffelt, wird die Malakofftorte gegabelt. Aber bei beidem werden Löffelbiskuit mit einer Art Creme , die mit frischen Eidottern hergestellt wird, geschichtet. Wird Tiramisu mittlerweile in unzähligen Frucht- , veganen- oder lowcarb Varianten gezeigt und als Tiramisu „verkauft“, so ist der Österreicher bei seinen Traditionsgebäcken sehr streng und auch schnell beleidigt, denn eine Malakofftorte ist nur eine Malakofftorte, wenn sie wie eine Malakofftorte gemacht wird. Bei der Optik darf man sich ausleben, aber nicht bei den Zutaten. (Ich glaube, keiner unserer deutschen Nachbarn weiß, wie sehr wir leiden, wenn unser Kaiserschmarrn als eine Art Pfannkuchen mit allerlei Beilagen zubereitet wird, oder unser Wiener Schnitzel mit Sauce gegessen wird)

Bei der Malakofftorte werden die Biskotten (wie Löffelbiskuit in Österreich genannt werden😉) in Milch und Maraschino (oder Rum) getränkt  und in einer Art Festung geschichtet und die Creme wird aus frischen Eidottern, Butter, gemahlenen Mandeln, Zucker und Obers (Sahne) angerührt. Recht viel mehr ist nicht dahinter. Je mehr Alkohol desto gut 🤣🤣 mein Großvater hatte nach meiner ersten Malakofftorte übrigens einen ordentlichen Schwips, weil ich damals nicht wusste, dass die Bsikotten nicht in reinem Alkohol getunkt werden 😇🤣

MrRight liebt Malakofftorte und wenn der süße Hunger ruft, dann hab ich meist alles zu Hause und der kann dann schnell gestillt werden. Bei den hier verwendeten Bildern, waren die Biskotten zu wenig, also hab ich am Rand mit hellen Oreos geschmummelt, hat sich aber auch echt toll gemacht, wär aber im Grunde schon wieder gar keine Malakofftorte 🤣🤣

Da ich euch aber unbedingt die Zubereitung der Creme aufschreiben möchte und ich gerade nur diese Bilder griffbereit habe, möchtet ihr mir das heute bitte verzeihen – beim österreichischen Konditoren-Tradtitionsbund werde ich zur Vergebung zehn Sozialstunden ableisten und fünfmal die Bundeshymne singen.

How it works

Für das „Fort“ an Biskotten werdet ihr ungefähr eine Packung benötigen, aber das kommt einfach auch darauf an, wie groß ihr sie machen wollt und wie dick die Cremeschicht sein soll. Da ich ja nicht so der Cremefan bin, ist die bei mir meist dünner.

Außerdem braucht ihr:

  • Maraschino (oder eine andere Art von leckeren Alkohol)
  • etwas Milch
  • Schlagobers (Sahne) und ev. Schokoraspeln zum Verzieren.

Ihr beginnt mit der Zubereitung der Creme, für die ihr folgende Zutaten benötigt:

  • 180 g Butter zimmerwarm
  • 200 g Staubzucker gesiebt
  • 4 Eidotter (frisch)
  • 180 g geriebene Mandeln 
  • 150 ml Schlagobers (Sahne)

Zuerst schlagt ihr die Butter mit dem Staubzucker (Puderzucker) hell schaumig, gebt nach und nach die Dotter zu, danach Mandeln und Obers, bis die Creme eine dickflüssige Konsistenz hat. Sie muss nicht fest sein, da die Biskotten beim Durchziehen noch Flüssigkeit aufnehmen werden.

In einer große Springform kleidet ihr den Boden und den Rand mit Folie aus und beginnt mit den Biskotten, die ihr jeweils vorher kurz durch Milch+Alkohol zieht. (ihr könnt übrigens auch Fruchtsaft statt Milch nehmen, oder Fruchtsaft statt Alkohol nehmen, wenn sie jugendfrei sein soll) Anschließend kleidet ihr den Springformrand mit halben Biskotten aus, die ihr mit der schönen Seite nach außen und dem Bruch nach unten einschlichtet. Drückt sie ordentlich in die Bodenbiskotten, damit alles einen schönen Halt und eine schöne Form bekommt. Danach streicht ihr Creme und schlichtet wieder eingeweichte Biskotten. Dies solange wiederholen bis die Creme aufgebraucht ist. Abgeschlossen wird immer mit einer Schicht Biskotten. Übt in den Schichten schon mal für ein schönes Abschlussmuster oben 😉

Ich empfehle die Torte über Nacht kühl ziehen zu lassen (mindestens schon 12 Stunden, damit alle Biskotten den Geschmack der Creme angenommen haben)

Danach könnt ihr noch mit geschlagenem Obers oder Schokoraspeln verzieren.

Land der Berge, Land der Strome, deine Mehlspeisen sind unverzichtbar - zweifelsohne🇦🇹

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