Die Geburt der Idee…

Noch vor drei Jahren waren Hühner für mich lästige Gesellen der Nachbarn, die in unserem Blumenbeet scharrten, meist begleitet von erbärmlichem Gekrähe ab 3 Uhr morgens. Und wir haben bestimmt an die fünf Hähne in der Nachbarschaft. Mittlerweile hört nur mehr unser Übernachtungsbesuch das frühmorgendliche „Kikeriki“, denn ich bin auf diesem Ohr taub. Aber ich fand Hühner nie schön oder gar niedlich.

Dann lernte ich Conny und ihre Liebe zu ihren Hühnern kennen https://www.instagram.com/cea.mu , und ich begann Hühner mit anderen Augen zu sehen.

Anfang April dieses Jahres keimte in mir plötzlich der Wunsch, eigene Hühner im Garten halten zu wollen. Schon letztes Jahr wollte MrRight mich dazu überreden, doch da ging es mir gesundheitlich nicht so gut, weswegen ich sein Projekt total ablehnte.

Nun aber fühle ich mich wieder fit genug, um mich näher mit dem Thema zu befassen und die Vor- und Nachteile abzuwägen: Mein Eierbedarf ist hoch (ich bin besonders gut darin, einen 10er Eierkarton runterfallen zu lassen), der Wunsch, wieder ein Tier/Tiere zu haben oder zu halten ist schon seit einem halben Jahr sehr groß, doch konnte ich mich nie dazu durchringen, wieder ein Tier ins Haus zu nehmen. Zu viele Faktoren sprachen dagegen. Meine Gesundheit hält mich seit einem Jahr zu Hause und „Zeit“ ist nicht mehr mein Problem wie früher.

Einige Freundinnen halten schon lange Hühner, oder hatten welche. Ich traute mir das eigentlich nie zu, aber vieles lockte mich. Tiere zu halten, die dir auch was zurückgeben, das du „verwenden“ kannst, passt einfach perfekt zu meinem Wunsch der „Selbstversorgung“, was mit dem Brotbacken begann und sich über Früchte und Gemüse im Garten letztes Jahr sehr schön für mich erschlossen hat.

Erkenne die Zeichen…

Ich bin nach vielen oft erzwungenen Aktionen in meinem Leben zu einem „Zeichendeuter“ geworden.

Dinge, die zu dir wollen, kommen zu dir. Dinge, die nicht zu dir wollen, zeigen dir genau, dass sie nicht sein sollen.

Und so begann ich, auf die Zeichen zu achten:

Als ich am 21.April bei einer lieben Followerin zu Besuch war, erzählte sie von ihren Hühnern, die sie mal hatte, und dass sie ein ehemaliges Hühnerhäuschen, das später als Hasenstall verwendet wurde, zu vergeben hätte, weil es auf deren Nachbargrundstück steht, das sie mal zur Nutzung hatten, aber jetzt dort weg sollte.

Ein Hühnerhaus geschenkt? War das nicht ein Zeichen?

Als ich dann am 4.Mai plötzlich ein einem vergessenen Blumentopf mit trockenem Laub im Garten plötzlich ein Ei fand, das ein Nachbarshuhn hier abgelegt hatte, hüpfte mein Herz.

Ja, ist denn schon wieder Ostern?

War das Zeichen Nr. 2?

Das Problem war aber eigentlich eher: Wie sollte ich ein sehr stabiles 2×1,5x2m großes, bestimmt eine halbe Tonne schweres Hühnerhaus 30km transportiert und auf- und abgeladen bekommen? War das überhaupt ohne horrende Kosten möglich, also realisierbar? Als sich dann plötzlich auch dieses Problem in Luft aufzulösen, weil ein Pferde-LWK gegen eine Kiste Bier die Arbeit übernehmen wollte, wurde das Projekt immer realistischer! Das war Zeichen Nr. 3.

Aber immer noch war unklar, wie die Be- und Entladung laufen könnte. Der mutige Plan von MrRight, dass das vier starke Männer sicher tragen könnten, wurde relativ deutlich nieder geschmettert. Und zwar von dem Tischler, der das Haus gebaut hatte. Meine großzügige Hühnerhaus-Schenkerin konnte einen Gabelstapler für die Beladung vor Ort organisieren, was schon die halbe Miete war. Aber wie sollten das Hühnerhaus bei uns zu Hause vom LKW runter und auf seinen Platz „gebracht werden“? Wie sollte das gehen? Doch auch dieses Frage wurde beantwortet, als ich bei meinen Freunden und Nachbarn, den Milchlammbauern, wieder mal ein paar Schafkäsespezialitäten einkaufte und von meinem Hühnerhaus-Dilemma erzählte. Sie boten mir sofort an, das Hühnerhaus mit dem Hof-Frontlader abzuladen. Das war Zeichen Nr.4.

Was spricht dann eigentlich noch gegen die Hühnerhaltung?

Wenn ich eine lebenseinschneidende Entscheidung zu treffen habe, mache ich meistens eine Liste. Eine Liste aller Pros und Contras. Ich schreibe genau auf, warum ich mich wofür entschieden habe, damit ich später nachlesen kann, WARUM ich diese Entscheidung getroffen habe. Jeder kennt bestimmt diese Gedanken „hätte ich doch…“, „wäre ich doch…“ oder „Warum hab ich bloß?“ Nachdem ich mit 18 dazu neigte, permanent meine Entscheidungen im Nachhinein zu bereuen und zu hinterfragen, hab ich es mir mit dieser Methode abgewöhnt. Seither vertraue meinem eigenen ICH, das zu diesem Zeitpunkt mit diesem Wissen und diesen Lebensvoraussetzungen, diese Entscheidung getroffen hat. Jede Entscheidung, die du triffst, triffst du mit dem jetzigen ICH – dein Zukunfts-ICH kann später schon sagen „ach, warum bloß?“ Sicher kann es das, aber es weiß viel mehr als dein Vergangenheits-ICH. Und manchmal muss das Zukunfts-ICH auch daran erinnert werden, warum das Vergangenheits-ICH diese Entscheidung getroffen hat. 💛 Und es ist nicht erst einmal in meinem Leben passiert, dass mir das Lesen der vergangenen Gedanken geholfen hat, zu verstehen, warum diese Entscheidung einmal so richtig für mich war.

Und genauso machte ich es auch bei diesem Thema und beschäftigte mich vor allem damit, was denn dagegen spricht:

Wenn der eigene Mann nicht begeistert ist! #weiblichelist

Nachdem ich MrRights Vorschlag im Vorjahr strikt abgelehnt hatte, hat er meinen Hühnerwunsch natürlich auch mal boykottieren. Es gehts ja nicht an, dass wenn ER der Vorschlag macht, dieser abgelehnt wird, und wenn ich ihn dann mache, ER gleich begeistert ist. Hier wird einiges an Überredungskunst erforderlich sein.

Nicht genügend Platz im Garten! #platzistinderkleinstenhütte

Mir war bereits im Vorfeld klar, dass ich „meine Hühner“ niemals komplett frei durch den Garten laufen lassen möchte, denn dazu sind mir meine Pflanzen doch etwas zu heilig. Aber bei 1000m2 Grund war ein Hühnergehege immer noch leicht einzuplanen, denn weder ein Schwimmteich noch ein Schwimmbad stehen derzeit auf unserer Einkaufsliste und freien Rasen haben wir zur Genüge.

Wenn man niemanden hat, der sich um die Hühner kümmert, wenn man mal nicht da ist, oder wenn Reisen an oberster Stelle steht. #dubistnichtallein

Nachdem „Cordula“ gerade die Welt beherrscht und unsere Reiseleidenschaft deswegen stark eingeschränkt ist, sind unsere Reisepläne derzeit sowieso auf Eis gelegt. Außerdem lebt unser Enkelkind mit seinen Eltern in der „großen Stadt“, dh die kleine Familie hat sofort zugestimmt, Haus und Hof zu bewohnen, falls wir dann doch mal in Urlaub sein sollten. Außerdem haben sich auch meine Lammnachbarn und eine benachbarte Freundin angeboten. In weiterer Folge gehe ich davon aus, dass mein lieber Mann das natürlich übernimmt, sollte ich gesundheitsbedingt mal ausfallen. „in guten wie in schlechten Zeiten“ hatten wir uns schließlich mal geschworen…obwohl ich jetzt gestehen muss, dass ich seine Aquariumfische strikt links liegen ließ, wenn er nicht da war, da ich absolut gegen ein Aquarium war. Und ich kann da sehr stur sein.

Wenn keiner Zeit hat, sich um Tiere, Versorgung und Stallhygiene zu kümmern #carpediem

Naja, das Problem hat mein Körper ja letztes Jahr von alleine gelöst. So wie es gesundheitlich momentan aussieht, werde ich noch etwas länger zu Hause sein bzw. mir meine Arbeit selber einteilen. Bis vor einigen Jahren habe ich drei Söhne (oft samt Freundinnen) versorgt, da werden ein paar Hühner wohl nicht recht viel mehr Arbeit sein. (geschrieben und in ein paar Jahren bestimmt von mir persönlich belächelt, dieser Satz ;))

Wenn „mit den Hühnern aufstehen“ ein Problem ist! #langschläfer

Gut, ok, es gäbe eine automatische Hühnerklappe, aber soweit bin ich noch nicht, denn das Eigenartige an meiner derzeitigen Lebensweise ist, dass ich kaum länger als bis 7 Uhr schlafen kann. Egal ob Wochenende oder Wochentag (da läutet der Wecker für meinen Liebsten) Ich glaube, die Reha-Frühstückszeiten haben mich geheilt.

Wenn man sich vor Tieren oder Dreck ekelt oder fürchtet! #dreckspatz

Also Dreck ist mein allergeringstes Problem. Mit drei Söhnen und #lebenamland hat sich das Thema „Dreck“ relativ schnell in mein Leben integriert. Da steh ich schon lange drüber. Ich bin mitten in einer Wellensittichzucht groß geworden, war immer von haufenweise Tieren umgegeben, hab diese versorgt, und hab außer vor Zähne-fletschenden-brüllenden Tieren, die mir direkt gegenüber stehen, keine Angst vor irgendwelchem Getier, AUSSER ich sehe es nicht und es berührt mich „etwas“. Ansonsten bin ich eher ein „Alles-Anfasser“, so war ich schon als Kind. Nicht mal vor Spinnen hab ich Angst.

Wenn man keine Lust hat, sich mit dem Thema näher zu befassen! #dubistwasduliest

Wer mich kennt, weiß, dass DAS mein geringstes Problem ist…Wenn mich mal ein Thema gepackt hat, dann kann ich kaum aufhören zu lesen und mich zu informieren. Ich kann mich in Themen verbeissen und muss mich dann eher bremsen. Dass meine kleine Eierproduktion die Kosten aufwiegen wird , war nie meine Überlegung, denn ich war immer schon ein Realist.

Wenn man sich verunsichern lässt, weil einem manche einreden wollen, dass man nicht der Typ dafür ist, weil man nicht schon sein Leben lang davon spricht! #zumerstenmal

Hätte mir vor 10 Jahren jemand gesagt, dass ich mal Paragleiten würde, Backen mein liebstes Hobby sein , ich kein Brot mehr kaufen, sondern nur mehr selber backen würde, dass ich so gerne Großmutter sein werde, ich Kartoffeln selber anbaue und es liebe, mit einem T4-Camper zu verreise, dass es nichts Schöneres gibt, als vom Gipfel eines Berges runter zu schaue… ich hätte es niemals geglaubt. Vor 25 Jahren war „Leben in einem Haus“ etwas, das ich als Wohnungskind nie herbeisehnte, und Hausbauen etwas, das ich niemals tun wollte. Tja, aber das Leben schreibt seine eigenen Geschichten und ich bin immer offen, für das was mir das Leben bietet. Vieles, das ich mir niemals vorstellen konnte, das mir niemand zutraute, das anscheinend gar nicht zu mir passte, ist zu einer Leidenschaft geworden. Warum sollten das also nicht auch Hühner sein?

Habe ich die Zeichen richtig gedeutet?

Nach unzähligen Gedanken und Überlegungen, die vorerst einmal nur bis zum nächsten Winter reichen, habe ich eine Entscheidung getroffen. Und sollten meine DREI Hühner (mehr sollen es mal auf keinen Fall werden!) mich und meinen Übereifer ( meine Sauerteige haben Namen, meine Pflanzen im Garten werden täglich gestreichelt, und ich überlege schon, ob ich nicht eine Wildkamera im Hühnerhaus aufstelle, um zu beobachten, was sich da drin denn so tut 🤣) überleben, mache ich mir Gedanken, wie sie den Winter überstehen und wie sie mit uns im Camper verreisen könnten, falls wir denn wieder verreisen dürfen, denn schließlich brauchen wir ja immer unsere frischen Eier 💛

Wenn du nun also wissen möchtest, ob ich wirklich Hühnermama werde, ob das Hühnerhäuschen den Transport überlebt hat, welche Überraschungen noch auf mich zukamen und wann es tatsächlich das erste EIGENE EI gab, dann bleib unbedingt dran und abonniere meinen Blog 💛

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