Ist Pasta Soulfood oder sind’s einfach bloß Nudeln…

Wenn bei uns Pasta auf den Tisch kommt, dann nicht weil „Nudeln immer gehen“ oder gar weil Nudeln unser „Soulfood“ sind – da könnt ich ganz andere Gerichte nennen, da würde euch der Mund offen stehen, aber doch nicht Pasta.

Pasta ist das Gericht, dass Mama immer kocht, wenn sie kein Gemecker am Tisch haben möchte. Kinder jeder Altersstufe essen immer gerne Pasta. Kann sein, dass der eine sie ohne Sugo nur mit Parmesan isst (ja, das gibt’s – so ein Kind war ICH), aber alle Kinder lieben Nudeln – der Gatte meistens dann auch, weil Frieden am Tisch herrscht.

Das ist auch der Grund, warum es bei mir ein Jahr lang, nachdem der Jüngste ausgezogen war, keine Spaghetti mehr gab. Ich konnte sie nicht mehr sehen. Und wahrscheinlich war das auch der Grund, warum ich mich in der Küche komplett neu erfunden habe. Wenn meine Kinder jetzt zum Essen kommen (wenn ich sie denn einlade, denn ich bin keine dieser Mütter, die kein Wochenende überleben, an denen nicht mindestens eines ihrer ausgezogenen Sprösslinge zum Essen kommt), dann höre ich jetzt immer: „Warum hast du das früher nicht gekocht?“ Ich kann EUCH sagen, warum: Weil meine Kinder das damals nicht gegessen hätten! Aber da ich weiß, dass sie mir da nie zustimmen würden, antworte ich meist etwas ganz Banales wie: „Ich bin selber ganz erstaunt über mich“, und hoffe darauf ein erleichtertes Seufzen zu vernehmen, welches „Gott sei Dank, es geht ihr ohne uns auch ganz gut“ bedeutet. Dass es mir küchentechnisch ohne meinen Nachwuchs besser geht, würden sie nie in Erwägung ziehen, aber seit ich kochen kann, was ich will, und das nicht nur zum Zweck der Fütterung und in rauen Mengen, macht es einfach viel mehr Spaß!

Wenn es denn dann also doch mal Pasta gibt, dann entweder weil ich etwas Neues ausprobiere, wie eine Pastamaschine, die ich noch immer nicht habe, ODER weil es wirklich mal schnell gehen muss. Denn wenn mal wirklich innerhalb von 20 Minuten Essen am Tisch stehen muss, weil der Gatte schon rotiert und die dritte Banane köpft, dann muss kulinarisch Erbarmen herrschen.

80% der Streits entstehen, weil jemand noch nicht gegessen hat

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Und die schnellste Variante, die ich – neben Aglio Oglio – kenne, ist Spaghetti mit Thunfisch. Dafür braucht ihr maximal 20 Minuten Zeit und folgende Zutaten (das Sugo reicht wahrscheinlich für drei – bei uns für zwei ;))

  • pro Person 90 g Dinkelspaghetti (sind einfach gesünder und sättigen besser)
  • 1 mittelgroße Zwiebel
  • 1-2 Zehen Knoblauch
  • 1 Dose geschälte Tomaten
  • 2 Dosen Thunfisch in Olivenöl
  • 1 kleine Dose Kichererbsen
  • 1 Handvoll Kapern und/oder schwarze Oliven
  • etwas Rapsöl
  • Parmesan
  • Gewürze: Meersalz, etw. Zucker, grober Pfeffer, 1 Spritzer Zitrone, Oregano

Während ihr nebenbei die Spaghetti kocht, schwitzt ihr Zwiebel und Knoblauch in Rapsöl an, ohne dass sie Farbe bekommen. Danach rührt ihr die geschälten Tomaten dazu und würzt mit Salz und etwas Zucker. (Oma sagte: „Tomatensauce braucht immer etwas Zucker“) Die Dose Kichererbsen abgießen und zur Tomatensauce mengen. Ca. 5 min. köcheln lassen. Anschließend den Thunfisch mit dem Olivenöl komplett in die Tomatensauce kippen und mit dem Kochlöffel zerkleinern. Danach die Kapern dazu und je nachdem wie sauer die Kapern sind, einen Spritzer Zitrone zufügen und mit etwas Pfeffer, Meersalz und Oregano würzen. Am besten die Spaghetti nach dem Absieben direkt unter das Sugo mischen, so nehmen sie die Sauce perfekt auf – Parmesan drüber und ab an die Löffel.

Essen ist fertig!

4 thoughts

  1. Oh, mein Gott… jetzt würde ich mich so gerne vor einen dampfenden Teller mit diesen wunderbaren Thunfisch-Spagetti von Dir setzen. Da muss ich mich jetzt wohl oder übel selbst an die Arbeit machen!!
    Liebe Grüße aus dem Wohnzimmer von
    Deiner Amalie

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