Tarte aux abricots sur crème d’amandes au romarin

Bei dieser Überschrift und beim Gedanken an frische Aprikosen und duftendem Rosmarin tauchen wir ab…

… in die Provence….

Duftende Lavendelfelder gepaart mit herrlicher Landschaft. Frische Früchte an prachtvollen Bäumen. Der große Holztisch, um den die ganze Familie nach der Arbeit im Obstgarten am späten Nachmittag bei frischen Landbrot und Käse sitzt, während ein blondes Mädel mit wildem Haar, barfuß mit einem luftigen blaugeblumten Kleid ihren selbst gebackenen Kuchen zum Tisch bringt. Weil Rosalie so stolz strahlt, pfeifen und lachen ihre älteren Brüder. Der Großvater schlägt kurz und kräftig mit seiner riesigen, von Arbeit gezeichneten, Hand auf den Tisch. Die Burschen erschrecken, und er beginnt zu lachen. Der Blick des Großvater wendet sich dann aber wieder sanft und mit glänzenden Augen Rosalie zu, dem blonden Mädel ohne Schuhe. „Was hast du uns heute Wundervolles gezaubert, ma belle petite?“ fragt er sie, während er die Augen schließend mit seiner großen Nase den Duft des noch warmes Kuchens aufnimmt, den ihm Rosalie mit gestreckten Armen unters Gesicht hält. „Rosalie und Rosmarin“, sagt er, und „die guten Aprikosen“, denkt er bei sich.

Jeden einzelnen Franc könnten sie gut brauchen. Sie zu verkaufen wäre besser, als sie selber zu essen. Aber er liebt es, wenn Rosalie glücklich ist. „Oh pèpè“, sagt Rosalie, „ich hab die Aprikosen, die schon überreif waren, genommen. Die, die du für die Bienen zum Zaun von der Blumenwiese gelegt hattest, damit sie ihren süßen Saft trinken können. Nur sechs Stück hab ich genommen, den Rest hab ich den Bienen überlassen, damit der Honig heuer noch süßer wird.“

Sie lächelt und und ihre Augen glänzen. Der Großvater stellt den Kuchen mitten auf den großen Tisch, ruft „Pièrre, hol Teller!“, nimmt die zarte Rosalie in seine Arme und drückt ihr einen dicken Kuss auf die Stirn. Von da an war diese Tarte der „Gâteaux de saison“ quand les abricots ‚ètaient mûrs..


Das könnte die Geschichte dieser köstlichen Tarte gewesen sein…. , aber ich muss gestehen: diese Geschichte hab ich mir ausgedacht, denn meine Tarte hat einen ganz anderen Ursprung, nämlich…

… die Schweiz …

Ziemlich am selben Tag, als ich auf Instagram meinen Peach Keen Pie gepostet hatte, hat Christa, eine liebe Blogger-Freundin aus der Schweiz, die man auf Instagram als a_nother_story kennt, eine Aprikosenwähe mit Rezept veröffentlicht.

An diesem Rezept hat mich die Kombination von Rosamarin mit Marillen gereizt, aber vor allem auch, dass es sich bei der „Wähe“ um etwas handelt, das typisch für die Schweiz ist, und von dem ich noch nie gehört hatte.

Rezepte aus anderen Ländern sind einfach etwas unglaublich Reizvolles für mich. Und das Schönste daran ist, dass daraus ein spontaner „Rezeptetausch“ über die Grenzen hibaus entstanden ist, denn Christa ist auf meinen Vorschlag „gleichzeitig gegenseitig“ unsere Rezepte nach zu backen, sofort eingegangen. Hier gehts zu ihrem Instagram-Posting

Peach Keen Pie von Christa #rezeptetausch

… die Wähe…

Als Wähe wird in der Schweiz ein flacher Blechkuchen, meist aus Mürbteig, bezeichnet. Dieser wird mit Früchten, oder auch mit Gemüse und/oder Käse belegt. Meine Recherche hat ergeben, dass die Wähe gern mit einem Milch-Ei-Guss oder Rahm-Ei-Guss zubereitet wird, der beim Backen verdickt und mit Früchten belegt wird, ähnlich wie bei einer Quiche, außer dass der Guss bei der Wähe dann eben süß ist. Und diesen Gedanken hab ich aufgegriffen.

Bei Christas Rezept wird der ungebackene Teig mit geriebenen Mandeln bestreut, die Aprikosenhälften aufgelegt und mit Rosmarinnadeln und Vanillezucker bestreut. Ihr Hinweis: die Aprikosen (hier in Österreich: Marillen) sollten sehr reif sein! Leider aber schmecken die Marillen heuer wirklich nicht so besonders (zumindest die, die ich bisher erstanden hab), also hab ich die „Mandel-Idee“ in eine französische Mandelcreme umgewandelt (vor allem aber auch deshalb, weil MrRight keine „zu trockenen Kuchen“ mag 😉)

Auf jeden Fall kann ich euch sagen, dass ich mich total in die Kombination von Marille und Rosmarin verliebt habe.

Der erste Bissen in diese Wähe mit den Marillen, die einen leichten Hauch Rosmarin in sich trugen, war einfach himmlisch!

mein/ihr „Marillenwähe“-Rezept

für den Teig (Original von Christa):
150g Mehl
1/2 TL Salz
50g kalte Butter in Flocken
50g kaltes Wasser
Alles zügig zusammenarbeiten und für mind. 1/2h in Frigo (?!?!) keine Ahnung, was das ist - ich hab den Teig in den Kühlschrank gelegt 🤣
Der Teig wird super schön elastisch und lässt sich super in die Form legen 🙂
für die Mandelcreme "Crème d'amande":
100g zimmerwarme Butter weiß cremig aufschlagen
mit
100g gemahlene blanchierte Mandeln und
100g Zucker gut verrühren
Nach und nach 2 Eier (zimmerwarm!) unterschlagen bis eine cremige Konsistenz entsteht.
für den Belag:
6-7 sehr reife Marillen
1 großer Zweig Rosmarin frisch
1 EL brauner Zucker
Backrohr auf 200°C O/U vorheizen.
Den Teig aus dem Kühlschrank holen und soweit ausrollen, dass er den Rand der Form hochgezogen werden kann.
Die Mandelcreme auf dem Wähenboden verstreichen und die halbierten, entkernten Marillen darauf verteilen. Diese dann mit braunem Zucker und Rosmarinnadeln bestreuen.
Die Wähe im unteren Drittel des Backrohrs einschieben und ca. 40-50 min backen, bis die Creme gut eingedickt ist. Ev. nach 30 min mit Folie bedecken.

TIPP:

Für einen knusprigen Wäheboden hab ich als Tip aus dem "Schweizer Internet" Folgendes gefunden: 
die Backform zuerst mit 4 EL Mandeln bestreuen - dann erst den Teigboden einlegen - mit einer Gabel einstechen - und dann noch mal Mandeln oben auf streuen sollte. Diesen sollte man nur mit den Früchten 10- 15 min vorbacken. Der Guss kommt dann erst anschließend drüber, und gebacken wird im unteren Drittel.
Diesen Tipp hätte ich vielleicht VOR meinem Versuch lesen sollen, dann hätte ich zumindest einen Teil davon berücksichtigt 😉 - nämlich den mit den Mandeln und dem Vorbacken - aber "blind", da ich ja keinen Guss gemacht hab 😉 Vielleicht gibt es ja auch bald eine kleine Korrektur zu diesem Rezept hier...

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